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                   "Gladiatorentypen"

                                 

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Die verschiedenen Gladiatorentypen

Es gibt verschiedene Arten von Gladiatoren. Das heißt, dass die Gladiatoren unterschiedlich ausgerüstet waren. Die meisten waren ausgestattet mit einem Schwert, woher auch der Name Gladiator (lat. Gladius = Schwert) kommt, und einem Schild, welches in Größe und Form variieren konnte. Es konnte rund oder eckig sein, klein oder groß. Das hing davon ab, welche Art von Gladiator es war und was er darstellen sollte, da die Gladiatoren von der Ausrüstung und dem Aussehen her oft ehemaligen Gegnervölkern oder traditionellen Figuren ähnlich waren.

Auch wenn es etliche Arten von Gladiatoren gab, gab es doch einige Haupttypen, die sehr häufig vorkamen und gleichzeitig auch das Vorbild für andere Typen waren. Es gab nämlich 6 Haupttypen, und die meisten anderen waren einem dieser 6 nachempfunden oder nur eine Erweiterung.
Hier die Beschreibung der einzelnen Gladiatorentypen. Die ersten 6 Gladiatoren sind die bereits erwähnten Haupttypen, der Rest sind die anderen Typen, die auch nicht sehr oft vorkamen, weshalb es zum Teil auch nur schlechte oder gar keine Beschreibungen gibt.

Der Murmillo
Der Murmillo ist die Art der 6 Hauptarten, über die man am wenigsten weiß. Über seine Ausrüstung werden nur Vermutungen angestellt. Man glaubt, dass seine Ausrüstung aus einem mit einem Fisch verzierten Helm, einem großen ovalen Schild und einem langen graden Schwert besteht. Das heißt, dass er im Gegensatz zu allen anderen Typen keine Beinschienen getragen hat. Aber wie gesagt, darüber gibt es nur Vermutungen.

Der Retiarier
Der Retiarier oder auch Netzfechter war der am wenigsten gepanzerte Gladiator, dafür aber der wendigste. Er besaß zum Schutz nur einen Armpanzer und einen Schulterschild, der im Notfall den Kopf schützen sollte. Als Waffen besaß er das Wurfnetz und einen Dreizack sowie einen langen Dolch für den Nahkampf. Der Netzfechter sollte eine Anspielung auf Neptun, den Gott des Meeres, sein.

Der Secutor
Der Secutor war vom Prinzip her ein Hoplomachus, jedoch mit einem anderen, eigentlich recht prunklosen Helm. Das kommt daher, dass der Secutor speziell für den Kampf gegen den Retiarier geschaffen wurde. Das heißt, er durfte keinen unnötigen Angriffspunkt haben, und ein prunkvoller, verzierter Helm wäre ja wie geschaffen dafür, dass das Netz des Retariers darin hängen bleibt.


Die Nebentypen

Andabates
Über den Andabates ist nicht sehr viel bekannt. Das Einzige, was man weiß, ist, dass er blind kämpfen musste, da er einen geschlossenen Helm ohne Augenlöcher hatte. Daher hing der Ausgang der Kämpfe weniger vom Können des Gladiators ab als vom Zufall. Die einzigen Fähigkeiten, die dem Gladiator helfen konnten, waren sein Gehör und die Fähigkeit die Reaktionen des Publikums zu deuten.

Der Dimachaerus
Die Waffen des Dimachaerus waren 2 Dolche. Ansonsten trug er einen gepolsterten Leibesschutz und Bandagen am Dolcharm und an den Beinen. Es konnte auch sein, dass er Beinschienen trug. Das Einzige, was er nie trug, war ein Helm.

Eques
Wie der Name schon sagt, kämpfte der Eques (von Lat. Equus = Pferd) normalerweise vom Pferd aus. Seine Rüstung bestand aus einem flachen Helm, einem leichten Brustpanzer und Bandagen am Waffenarm. Dazu kam noch ein kleiner runder Schild. Ferner trug er über dem Brustpanzer eine kurze Tunika. Die Bewaffnung war seiner Situation angepasst. Solange er auf dem Pferd saß, kämpfte er mit einer Lanze, wenn er jedoch zu Fuß kämpfte, benutzte er auch das Schwert.

Essedarius
Der Gladiator kämpfte vom Streitwagen aus, der von einem Wagenlenker geführt wurde. Seine Waffen waren normalerweise entweder Bogen oder Speere. Der Kampf lief dann so ab, dass der Essedarius einen anderen Gladiator oder ein "Opfer" jagte.

Gallier
Der Gallier war dem Murmillo sehr ähnlich. Er hatte einen prächtigen Helm, einen großen Schild und als Waffe trug er ein langes Schwert. Er galt als der am schwersten bewaffnete Gladiator.

Laquearius
Der Laquearius war dem Retiarier fast so ähnlich wie der Gallier dem Murmillo. Er war jedoch nicht mit dem Wurfnetz bewaffnet, sondern mit einem Lasso, was aber dem selben Zweck diente. Als Angriffswaffen benutzte er eine kurze Lanze oder im Nahkampf einen Dolch.

Sagittarius
Über diesen Gladiator weiß man so gut wie nichts. Das Einzige, was man weiß, ist, dass er mit einem Bogen kämpfte.

Veles
Über diesen Gladiator weiß man ebenfalls sehr wenig. Man weiß nur, dass seine Hauptwaffe wohl die Lanze war und dass er normalerweise gegen einen anderen Veles kämpfte.

Gladiatorenschulen

Das Spiel der Gladiatoren wurde um die Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. von den etruskischen Nachbarn übernommen. Die "Spiele", die eigentlich nur zur Totenfeier veranstaltet wurden, entwickelten sich zu einer Institution, die man mit keiner anderen in der Geschichte vergleichen könnte, nämlich zum römischen
Gladiatorenwesen. Diese Vergnügensindustrie beschäftigte hunderttausende von Menschen und verbrauchte Unmengen an Finanzen. Um diese "Festspiele" veranstalten zu können, wurden sowohl Sklaven, Gefangene und Verbrecher als auch Freiwillige ("Auctorati" genannt) in die Arenen gesteckt. Man bildete sie mit Fechtlehrern zu "Gladiatoren" aus und hetzte sie gegeneinander. Im Laufe der Jahrhunderte fielen Millionen von Menschen den Gladiatorenspielen zum Opfer. Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere fielen in unvorstellbaren Mengen den "Spielen" zum Opfer.

Die Gladiatoren erhielten ihre Ausbildung in extra für diesen Zweck aufgebauten Schulen. Diese Schulen waren Privatsache. Sowohl die Gründung als auch der Unterhalt unterlag den Privatmännern. Von diesen Schulen werden zwei besonders unter Betracht gezogen. Zum ersten die Gladiatorenschule in Capua und zweitens der Ludus Magnus.

Die Gladiatorenschule von Capua
150 km südlich von Rom, in Capua, einer einstmals bekannten Handelsstadt, wurde die erste Gladiatorenschule erbaut, welche immer als Eliteschmiede für Roms Unterhaltungsindustrie galt. Sie wurde von Cornelius Batiatus geleitet und zählte bis in die Spätzeit als das Zentrum des römischen
Gladiatorenwesens. Sie brachte bekannte Leute wie zum Beispiel Spartacus, der später den größten Aufstand der Gladiatoren leitete, hervor. Aber er war nicht der einzige, den diese Schule hervorbrachte. Jeder Gladiator, der aus dieser Schule kam, wurde als Meister seines Faches anerkannt. Sie waren Kampfmaschinen mit dem einzigen Willen, die Arena als Sieger zu verlassen. Trotz des Ruhms, den ein Gladiator erlangen konnte, war er immer noch ein Ehrenloser, der genau wie ausgestoßene Soldaten, kleine Ganoven, Prostituierte und Schauspieler als Mensch zweiter Klasse angesehen wurde. Außerdem war für fast jeden Gladiator nach einer Anzahl an Auftritten Schluss. Es gab immer jemanden, der einen schlagen konnte. Wegen dieser Aussichten war der Wunsch nach Freiheit der Gladiatoren groß. Die Betreiber der Gladiatorenschulen kannten dieses natürlich und trafen deswegen einige Vorkehrungen. Zu jeder Schule gehörte ein Gefängnis. Dieses Gefängnis war nicht sonderlich groß und der Gefangene hatte nicht die Möglichkeit, sich gerade hinzustellen. Dies belegen Funde einer Gladiatorenschule in Pompeji. Es gab dort sowohl Fuß- als auch Handfesseln, die den Gefangenen angelegt wurden. Die meisten Gladiatoren ertrugen aber ihr Schicksal, wobei es einige Ausnahmen gab. So gab es einige Verzweiflungstaten, die besonders zum Selbstmord "ausarteten". Die Gladiatoren unternahmen, wenn sie den Druck nicht mehr aushalten konnten, alles Mögliche, um sich das Leben zu nehmen. So kam es vor, dass einige den Kopf in die Speichen eines rollenden Wagens steckten oder einen stumpfen Holzstock nahmen, um ihn sich in die Kehle zu rammen. Dann gab es noch diejenigen, die sich in der Arena nicht wehren wollten, um einen schnellen Tod zu erlangen. Die Selbstmordchancen wurden möglichst gering gehalten. Die Leiter einer Gladiatorenschule verbaten jeglichen Gebrauch von spitzen Gegenständen außerhalb der Arena. Außerdem wurde die Schule von Wächtern bewacht. Die Gefahr der Flucht oder des Aufstandes war sehr gering, da alleine der Versuch hart bestraft wurde. Jeder, der einen dieser Wege versuchte, um an die Freiheit zu gelangen, wurde mit der Kreuzigung bestraft. 6000 Überlebende des Spartacus-Aufstandes wurden an der Via Appia gekreuzigt als Warnung für weitere Aufstände.
Capua galt als ein begehrtes Reiseziel für reiche Leute, da es hier gute Gladiatoren zu kaufen gab. Da das Leben eines Gladiators nichts zählte, konnte jeder, der vermögend genug war, einen Menschen kaufen und ihn sein eigen nennen. In Capua wurden die Gladiatoren bei ihren
Kämpfen begutachtet. Es geschah sogar manchmal, dass Spitzenkämpfer sich vor Augen von Bekannten und Freunden erschlagen sollten. Sogar die Wandgemälde stellten das Spiel um Leben und Tod dar. Auf den Bildern erkennt man, wie die damalige Gesellschaft die Gewalt und die militärische Stärke vergötterte. Seneca schrieb: "Wir sind in eine Welt geboren, in der es kein Pardon gibt!".

Der Ludus Magnus
Um den Aufbau einer Gladiatorenschule genauer betrachten zu können, wird der Ludus Magnus vorgestellt. Diese Schule wurde wie die meisten auch unter Domitian erbaut. Der Ludus Magnus ist der größte Komplex einer Gladiatorenschule.
Er liegt unmittelbar östlich des Kolosseums. Ein großer Teil der Schule liegt unter einigen moderneren Gebäuden, lässt sich aber rekonstruieren (siehe Bild rechts). Das Hauptgebäude des Ludus Magnus bestand aus einem rechteckigen, dreistöckigen Gebäude, in dessen Innenhof ein kleines Amphitheater - zu Trainingszwecken - eingebaut war. Die Arena war 62 Meter lang und hatte eine Breite von 45 Metern. Die Sitzreihen waren mit Marmor verkleidet. Die Querachse der Arena war mit Ehrentribünen ausgestattet, auf denen die reichen Bürger Platz nehmen konnten, um einen Gladiator begutachten zu können. Die Eingänge waren an der Längsachse. Die Gladiatoren hatten ihre Quartiere nördlich des Theaters. Sie lebten in kleinen Räumen eines zweistöckigen Travertinportikus. Ein unterirdischer Gang verband die Schule direkt mit dem Kolosseum. Der Haupteingang befand sich im Norden des Komplexes.

Es gab noch eine Kaserne südlich des Ludus Magnus, die ähnlichen Typs war. Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um den Ludus Dacicus. Mit dieser Kaserne wurden noch zwei weitere entdeckt. Zum einen der Ludus Gallicus, zum anderen auch der Ludus Matutinus, in dem die bestiarii und die venatores, also Tierkämpfer, ausgebildet und beherbergt wurden.

Es gab noch weitere Kasernen, die nicht mehr zu den Gladiatorenschulen gehörten, die aber zum Großbetrieb des Kolosseums beitrugen. Extra für die Effektivität wurde ein kaiserlicher Prokurator aus dem Ritterstand mit dieser Aufgabe belegt. Er hatte die Castra Misenatum, die Kaserne, die Matrosen für die Bedienung des Sonnensegels beherbergte und ausbildete, unter sich und das Spoliarium, wo tote Gladiatoren entkleidet wurden, das Sanarium, das Krankenhaus des Kolosseums, sowie das Armamentarium, das Waffenlager, zu betreuen. Außerdem gab es noch das Summum Choragium, in dem sich die Bühnenmaschinen befanden, auf das er ebenfalls achten musste.

Die verschiedenen Arten der Gladiatorenkämpfe

Die Gladiatorenkämpfe jeglicher Art dauerten oftmals viele Tage. Das Highlight zur damaligen Zeit waren die Spiele zur Eröffnung des Kolosseums. Sie dauerten sage und schreibe 100 Tage. Die Ausmaße solcher Spiele waren gigantisch. Bei diesen 100 Tage andauernden Spielen kämpften 10.000 Gladiatoren. Und als wenn das nicht schon genug wäre, kamen noch Tausende von Tieren zum Einsatz. Diese Zahlen wurden natürlich nicht bei allen Veranstaltungen erreicht, meistens waren es dann doch weniger. Damit wären wir dann auch schon bei den unterschiedlichen Arten von Gladiatorenkämpfen. Es gab derer vier:

1. Gladiator gegen Tier
2. Tier gegen Tier
3. Gladiator gegen Gladiator
4. Seeschlachten

Der Ablauf der meisten Gladiatorenspiele war so eingerichtet, dass als erstes einmal der Magistrat von den Kämpfenden mit den Worten "Ave, Caesar, morituri te salutant!" gegrüßt wurde. Zuerst wurden nun Schaukämpfe mit hölzernen Schwertern ausgetragen. Sie sollten das Publikum schon einmal vorab ein bisschen einstimmen auf die folgenden eher brutalen Kämpfe. Als nächstes folgten dann Tierhetzen, die gab es sowohl, wie oben schon angesprochen, in der Kombination "Gladiator gegen Tier" als auch in der Form "Tier gegen Tier". Zum krönenden Abschluss kämpften dann die Gladiatoren gegeneinander.

Nun die genauere Beschreibung der unterschiedlichen Arten von Gladiatorenkämpfen:

1. Gladiator gegen Tier
Diese Paarung wurde meist genutzt um Verbrecher oder Sklaven hinzurichten. Die Verbrecher/Sklaven erhielten keine Waffen, konnten sich also nicht verteidigen. Als Tiere standen Löwen, Bären, Leoparden, Elefanten, Nashörner, Strauße, Stiere, Luchse, Eber, Steinböcke, Elche, Antilopen, Rehe und Krokodile zur Auswahl. Wie sich sehen lässt, hatten die Verbrecher also zumeist keine Chance lebend aus diesen Kämpfen herauszukommen. Das war ja auch nicht die Absicht der Hinrichtung. Manchmal kämpften auch bewaffnete Gladiatoren gegen die Tiere. Dann war das Ganze natürlich etwas ausgeglichener. Die Gladiatoren traten dann meistens als Netzkämpfer an, sprich mit Netz und Speer bewaffnet. So konnten sie das Tier, solang es kein großes (Elefant) war gut mit dem Netz gefangen nehmen und dann auf es einstechen.

2. Tier gegen Tier
Bei der Variante "Tier gegen Tier" traten, wie der Name schon sagt, zwei Tiere gegeneinander an. Meist waren die Tiere sogar darauf trainiert zu kämpfen. Dadurch wirkte alles noch spektakulärer, als es eh schon war. Es kam sowohl zu ungleichen Paarungen wie z.B. Reh gegen Tiger (hier war natürlich klar, wer gewinnt, es ging nur darum, dass der Tiger das Reh mit größtmöglichem Showeffekt verschlingt) als auch zu gleichen Paarungen wie z.B. Tiger gegen Tiger (hier gewann der Stärkere der beiden), und als letzte Möglichkeit blieb noch ein Kampf zwischen z.B. Tiger und Bär. Hierbei war der Ausgang offen, da sowohl der Tiger mit seiner Schnelligkeit als auch der Bär mit seinen riesigen Kräften gewinnen konnte.

3. Gladiator gegen Gladiator
Dieses Aufeinandertreffen war natürlich das mit Abstand Aufregendste und Unterhaltsamste der Kämpfe. Die Zuschauer fieberten viel mehr mit als noch zuvor bei den Tieren und Verbrechern. Nun kamen richtige Helden zum Einsatz. Manche Gladiatoren hatten schon richtig Fans und sie wurden als hübsch, kräftig und ideal angesehen. Jedes kleine Kind in Rom wollte auch so tapfer und mutig werden wie diese Gladiatoren, die es bewundern konnte. Die Paare, die aufeinander trafen, wurden vor den Kämpfen ausgelost. Die unterschiedlichsten
Gladiatorentypen kamen zum Einsatz. Der Netzkämpfer, der Schwertkämpfer und und und … (Nähere Ausführungen unter "Verschiedene Gladiatorentypen") Wenn der Kampf dann losging, ging es nur noch ums Überleben. Wer einen Moment nicht aufpasste, konnte im nächsten Moment schon so schwer getroffen sein, dass er tot war. Der Kampf ging so lange, bis einer der beiden Gladiatoren tot oder so schwer verwundet war, dass er mit seiner Hand anzeigte, dass er kampfunfähig ist. In diesem Fall hatte der andere Gladiator natürlich gewonnen und der Magistrat entschied, ob der Kämpfer verschont blieb und seine Wunden heilen durfte oder ob er umgebracht wurde. Meistens machte er diese Entscheidung von den Zuschauern abhängig. Waren sie für den Tod des Gladiators, da er vielleicht schlecht gekämpft hatte, so buhten sie ihn aus, hatte er jedoch tapfer gekämpft, so wollten sie natürlich, dass er am Leben blieb. Der Sieger am Ende der Gladiatorenkämpfe konnte sich über eine großzügige Belohnung und Anerkennung freuen. Er bekam zumeist eine Belohnung in Form von Geld und konnte sich so, falls er genug Geld beisammen hatte, unter Umständen, sofern sein Herr gütig war, freikaufen. Ansonsten heimste der Herr des Gladiators das Geld ein, ließ ihn dann aber vielleicht trotzdem für seine Heldentaten frei. Dieses gute Schicksal ereilte aber nur wenige Gladiatoren. Auch wenn es sich nicht so anhört, waren die Überlebenschancen der Gladiatoren recht hoch, da sie meistens begnadigt wurden.

4. Seeschlachten
Die wohl außergewöhnlichste und seltenste Art eines Gladiatorenkampfes: Hierfür wurden ganze Arenen künstlich geflutet oder die Kämpfe fanden ganz einfach auf Seen (auch zum Teil auf extra für diesen Zweck künstlich angelegten) statt. Ganze Flotten traten gegeneinander an. Oftmals wurden historische Szenarien nachgespielt, wo also von vornherein klar war, welche Flotte gewinnen würde. Es wurde zu einem riesigen Spektakel und einer riesigen Inszenierung. Die größte dieser Seeschlachten fand 52. n. Chr. unter Claudius statt. Er ließ zwei jeweils 19.000 Mann starke Flotten gegeneinander antreten. Dieses Spektakel fand auf dem Fuciner See, dem einst größten See Italiens südlich von Rom, statt. Hierbei gab es natürlich Opferzahlen, die weit über die Tausend hinausgingen.

Wie man sehen kann, wurden die Kämpfe mit der Zeit immer prunkvoller, am Ende wurden sogar riesige Arenen geflutet, nur um das Volk zu amüsieren. Die Gladiatorenkämpfe dauerten über einen längeren Zeitraum an und den Zuschauern wurde immer mehr geboten
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